Workshops, 10.30 - 12.00 Uhr & 13.45 - 15.15 Uhr

An der Fachtagung für Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, Städte und Gemeinden werden innovative Projekte zur Bekämpfung und Prävention von Armut kann allgemein beschrieben werden als Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial)...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Armut
in Form von Workshops vorgestellt und diskutiert.

Die Workshops werden in zwei Sequenzen am Vor- und Nachmittag durchgeführt und sind folgendermassen aufgebaut:

  • Ein Workshop dauert 1.5 Stunden. Pro Workshop werden je 1 - 2 Projekte (siehe Liste unten) à 20 Minuten präsentiert. Dabei soll der Fokus auf den innovativen Ansätzen sowie dem Potenzial der Projekte liegen, einen wirkungsvollen Beitrag zu Armutsprävention zu liefern. Gleichzeitig interessiert, aufgrund welcher Überlegungen die Projekte initiiert wurden und mit welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen sie sich konfrontiert sehen. Nach der jeweiligen Präsentation sollen Verständnisfragen geklärt werden. Es soll jedoch ausreichend Zeit bestehen (30-40 Minuten), um die oben genannten Aspekte im Workshop zu diskutieren.
  • Alle Workshops werden am Vor- und Nachmittag angeboten.

 

Workshop I berufliche Integration

Ablösung prekärer Arbeitsverhältnisse

Das Projekt „Ablösung prekärer Arbeitsverhältnisse“ startete im Januar 2015 mit einer Laufzeit von insgesamt 3 Jahren. Dem Projekt war eine in Auftrag gegebene externe Untersuchung vorausgegangen, welche die Entwicklung von tiefqualifizierten Erwerbslosen im Kanton Bern analysierte. Diese wurde im Jahr 2014 mit vertiefenden internen Analysen und einem Pilotprojekt innerhalb des Sozialdienstes der Stadt Bern weitergeführt.
Ziel des Projekts ist es Klientinnen und Klienten der Sozialhilfe, die bisher nicht für berufliche Integrationsmassnahmen gemeldet waren, weil sie sich in einem prekären Arbeitsverhältnis befunden haben, in ein verbessertes Arbeitsverhältnis zu bringen. Unter prekäre Arbeitsverhältnisse fallen Personen, die ein sehr niedriges Pensum von 10% - 30% der regulären Arbeitszeit haben, über einen längeren Zeitraum immer wieder temporäre Arbeitsverhältnisse eingehen müssen oder Arbeitsverhältnisse auf Abruf haben. Diese Menschen verbinden oftmals ein tiefes Einkommen und die fehlende Planungssicherheit für ihre Lebenssituation. Sie stellen eine bislang wenig berücksichtigte Zielgruppe dar.

Referentin: Ursula Schüpbach, Sektion Abklärung & Arbeitsvermittlung der Stadt Bern
Dieses Projekt wird nur nachmittags präsentiert.

Gewerbe trägt Verantwortung

Ziel des im Januar 2014 gestarteten Projekts „Gewerbe trägt Verantwortung“ ist es Sozialhilfebezüger und -bezügerinnen durch Praktika in den ersten Arbeitsmarkt zu verhelfen. Hierbei liegt die Innovation des Projekts in der Sensibilisierung des Gewerbes und der politischen Verantwortlichen für soziale Probleme. Zu diesem Zweck wurde das Projekt beim ansässigen Gewerbeverein vorgestellt. Mittlerweile können 38 verschiedene Praktikumsstellen angeboten werden. Die Praktikas dauern grundsätzlich zwischen 3 – 6 Monate.
Das Projekt sensibilisiert für die Situation von Armutsbetroffenen in der Gemeinde und hat sich zur Aufgabe gesetzt, neue Arbeitsverhältnisse in der Region zu schaffen. Da es sich bei der Zielgruppe vor ausschliesslich Sozialhilfebeziehenden handelt, soll diesen Personen durch das Projekt eine neue Chance eröffnet werden dies nachzuholen. Die ursprüngliche Zurückhaltung der Gewerbetreibenden gegenüber Sozialhilfeempfängern konnte durch das Projekt deutlich verringert werden.

Referenten: Peter Ryser, Soziale Dienste Nidau und Judith Schweiss, Sozialdienst Aarberg

 

Workshop II Erwachsene können den Abschluss einer beruflichen Grundbildung auch nachholen, ohne hierfür eine Berufslehre durchlaufen zu müssen...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Nachholbildung

ENTER – vom Bittgang zum Bildungsgang

Ziel des Projekts ENTER ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, inwiefern es gelingt, Menschen aus der Sozialhilfe durch eine Ausbildung in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Stand bisher die Möglichkeit einer Berufsausbildung für Menschen in der Sozialhilfe, wenn überhaupt, nur Jugendlichen zur Verfügung, so soll mit dem Projekt auch Menschen im Erwachsenenalter die Möglichkeit gegeben werden, durch eine Berufsausbildung aus dem System der Sozialhilfe nachhaltig zu gelangen. Dies stellt einen innovativen Paradigmenwechsel in der Sozialhilfe dar, denn bisher stand bei den Integrationsbemühungen der Eintritt in den Arbeitsmarkt ohne besondere Nachqualifizierung im Vordergrund, um Personen möglichst schnell aus der Sozialhilfe wieder zu lösen.

Referent: Silvan Surber, Erziehungsdepartement Basel-Stadt
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Ausbildung
Migranten Holz

Durch die zunehmende Zahl an Flüchtlingen in der Schweiz wurde von politischer Seite die Forderung gestellt, mehr Projekte zu initiieren, welche diese Zielgruppe besser in den Arbeitsmarkt integrieren helfen. Basierend auf dieser Ausgangslage wurde das Projekt „Ausbildung Migranten Holz“ entwickelt. Das Projekt legt den Fokus auf aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge, versucht diesen eine Ausbildung zu ermöglichen und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Bei der beruflichen Qualifizierung handelt es sich um die Ausbildung zur Schreinerpraktikerin oder zum Schreinerpraktiker eidg. Berufsattest
[Mehr: Klick auf den Begriff]
EBA
. Diese dauert zwei Jahre und ist eine Ausbildung mit einfacheren, praktisch orientierten Tätigkeiten. Sie wird von der technischen Fachschule Bern angeboten. Innovativ an diesem Projekt ist die Kombination aus beruflicher Qualifikation und Spracherwerb. Der Ansatz unterscheidet sich von anderen Angeboten, bei denen zunächst die notwendigen Sprachkenntnisse erworben werden müssen, um dann eine berufliche Qualifikation absolvieren zu können. Der parallel zur beruflichen Qualifikation laufende Spracherwerb wird durch ein höheres Pensum an Deutschunterricht gewährleistet.

Referent: Andreas Zysset, Direktor technische Fachschule Bern
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.
Dieses Projekt wird nur nachmittags präsentiert.

 

Workshop III soziale Integration

Case Management Integration für Flüchtlinge

Ziel des Projekts „Case Management Integration Flüchtlinge“ (CMI) ist es, anerkannten Flüchtlingen (B), vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen (F) sowie  vorläufig aufgenommenen Ausländern und Ausländerinnen (F) mittels zielgerichteter Massnahmenpläne den Start einer Integrationslaufbahn zu ermöglichen. Der Projektauftrag beinhaltet, dieser Personengruppe eine soziale, berufliche und sprachliche Integration zu ermöglichen. Dies in Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden und Drittanbietern.

Referentinnen: Sandra Stamm und Susanne Breitschmid, Kantonaler Sozialdienst Aargau
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Fribourg pour tous

Die Aufgabe dieser neuen Anlaufstelle ist es, der gesamten Bevölkerung des Kantons Freiburg einen einfachen, gerechten, neutralen und benutzerfreundlichen Zugang zu individuell zugeschnittenen Informationen zu ermöglichen, mit denen die Personen sich innerhalb des Sozialdispositiv besser zurechtfinden und sich an die professionellen Hilfsdienste wenden können, die ihren Bedürfnissen am besten entsprechen. Dies geschieht in absoluter Vertraulichkeit, ist vollkommen unverbindlich und soll eine Verschlechterung der sozialen Lage vorbeugen.

Referentinnen: Jacqueline Gremaud Neri und Kathrin Gabriel-Hofmann, Direktion für Gesundheit und Soziales, Kantonales Sozialamt Freiburg
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

 

Workshop IV frühe Förderung

Deutsch für die Schule

Das Programm „Deutsch für die Schule“ startete im Januar 2015 als neues Regelangebot der Stadt Chur. Es ist ein Programm zur sprachlichen Frühförderung, welches im Jahr vor Eintritt in den Kindergarten in Spielgruppen, Kinderkrippen und Tagesfamilien stattfindet. Ziel ist es, dass möglichst alle Kinder beim Eintritt in den Kindergarten über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Zielgruppe sind fremdsprachige Familien, unabhängig ihrer Nationalität. Das Projekt wurde in Anlehnung an Konzepte anderer Städte (v.a. Basel) entwickelt, unterscheidet sich von diesen aber insbesondere in drei Punkten:

  • Die Sprachförderung findet in sprachlich durchmischten Gruppen statt (höchstens ein Drittel fremdsprachige Kinder).
  • Die Eltern begleiten das Förderjahr ihres Kindes mit dem obligatorischen Besuch von Elternbildungsveranstaltungen.
  • Die Eltern beteiligen sich finanziell an den Kosten der Spielgruppen, Kinderkrippen und Tagesfamilien.

Die Teilnahme am Projekt ist aktuell freiwillig, soll aber nach einer Aufbauphase von vier Jahren für alle rund 80 Kinder mit Förderbedarf für obligatorisch erklärt werden.

Referenten: Patrik Degiacomi und Bettina Joos Lopez, Soziale Dienste der Stadt Chur
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Programm ping:pong

Ping:pong ist ein Frühförderprogramm für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren, die eine Spielgruppe, eine Kita oder einen Kindergarten besuchen. Es hat die Bildungs- und Erziehungskooperation zwischen Eltern und Institutionen im Fokus. Das Programm soll eine Kooperation zur Förderung des Kindes zwischen den professionellen Betreuern und den Eltern ermöglichen und in den Institutionen etablieren.

Referentin: Erika Dähler, Verein a:primo

 

Workshop V Verschuldung

Programme cantonal de lutte contre le surendettement (PCLS)

 

Das Projekt „Programme cantonal de lutte contre le surendettement“ (PCLS) wurde im August 2011 vom Kantonalen Sozialamt Genf gestartet. Dem Projekt gingen mehrere Motionen voraus, in denen mehr Engagement bei der Bekämpfung und Verhinderung von Überschuldung gefordert wurde. Zwischen den Jahren 2011 bis 2014 lief eine Pilotphase des Projekts mit einer Schlussevaluation. Im September 2015 wurde das Projekt mit leichten Anpassungen in ein Regelangebot überführt.
Das PCLS hat drei Interventionsebenen: 1. Massnahmen zur frühzeitigen Intervention, 2. die kantonale Koordination der Massnahmen, 3. die Verstärkung der bisherigen Massnahmen. Bei den Massnahmen zur frühzeitigen Intervention werden an verschiedenen kantonalen Stellen, den sogenannten ‚Eingangstüren‘, Gutscheine zur individuellen Finanzberatung an armutsgefährdete und verschuldete Personen verteilt.

Referentin: Nadine Mudry, Directrice chargée des politiques d‘insertion sociales et de la santé (DEAS), Direction générale de l‘action sociale Géneve
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Piano Il franco in tasca

Das Pilotprojekt „piano il franco in tasca“ welches, im Juli 2014 begann und bis September 2017 vorgesehen ist, umfasst mehrere Projekte mit dem jeweils gleichen Ziel der Schulden- bzw. Höchstverschuldungsprävention im gesamten Kantonsgebiet.
Der Anspruch, die gesamte Bevölkerung flächendeckend für ein Thema zu sensibilisieren, sei für den Kanton neuartig. Noch nie dagewesen sei im Kanton Tessin auch die zentralisierte und kantonale Steuerung von Angeboten betreffend des Themas Verschuldung. Ausserdem könne erstmals zu diesem Thema nach Ende der Pilotphase ein social return of investement errechnet und somit der gesellschaftliche Mehrwert des kantonalen Programms aufgezeigt werden.

Referentin: Sara Grignola Mammoli, Divisione azione sociale e famiglie Ticino
Dieses Projekt wird nur nachmittags präsentiert.