Berufliche Qualifikation als Schlüssel zur Armutsprävention

Eine nachobligatorische Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben und damit für finanzielle Eigenständigkeit. Unterstützung von geringqualifizierten Erwachsenen beim Erwerb und Erhalt von Grundkompetenzen sowie bei einem Berufsabschluss oder Berufswechsel im Erwachsenenalter (Nachholbildung) sind somit zentrale Ansatzpunkte der Armutsprävention. Denn erwachsene Berufstätige ohne nachobligatorischen Abschluss tragen ein höheres Risiko, sich in prekären Arbeitsbedingungen wiederzufinden und sind dadurch stärker armutsgefährdet. 

In der Schweiz haben weit über eine halbe Million Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren keine nachobligatorische Ausbildung abgeschlossen. Das schweizerische Berufsbildungssystem öffnet Erwachsenen verschiedene Wege, um einen anerkannten Berufsabschluss nachzuholen: entweder (1) über eine reguläre berufliche Grundbildung mit Lehrvertrag, (2) über eine verkürzte oder verlängerte berufliche Grundbildung gemäss individueller Vereinbarung oder in speziellen Lehren für Erwachsene, (3) via direkte Zulassung zum Qualifikationsverfahren oder (4) via Validierung von Bildungsleistungen (derzeit lediglich in ausgewählten Berufen möglich). Das Berufsbildungsgesetz (BBG) lässt den Organisationen der Arbeitswelt sowie Bund und Kantonen zudem rechtlichen Spielraum für weitere Optionen: zum Beispiel modulare Bildungsgänge oder das Ablegen von Teilprüfungen anstelle einer integralen Abschlussprüfung. Allerdings ist dies in der Regel sowohl mit zeitlichen wie finanziellen Herausforderungen verbunden. Personen mit geringem Einkommen fällt es schwer, während einer Erwachsene können den Abschluss einer beruflichen Grundbildung auch nachholen, ohne hierfür eine Berufslehre durchlaufen zu müssen...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Nachholbildung
ihren Lebensunterhalt abzusichern und für zusätzliche Bildungskosten aufzukommen. Insbesondere wenn gleichzeitig ein Haushalt mit Kindern zu versorgen bleibt. Daher sind Flexibilität und eine bedarfsorientierte Lernumgebung wichtige Merkmale für erwachsenengerechte Angebote.

Zentrale Bereichsakteure sind das Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), die Kantone (Berufsbildungs- und Sozialämter) sowie die Organisationen der Arbeitswelt. Zu erwähnen sind auch das SECO, das BSV und das SEM, die sich via Arbeitslosen- respektive Invalidenversicherung sowie über kantonale Integrationsprogramme und Projekte gemeinsam mit dem SBFI für Erwachsene können den Abschluss einer beruflichen Grundbildung auch nachholen, ohne hierfür eine Berufslehre durchlaufen zu müssen...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Nachholbildung
und Nachqualifizierung engagieren. Ebenso wichtige Partner sind die Unternehmen selbst, welche Lehrmöglichkeiten für Erwachsene zur Verfügung stellen.

  Berufliche Qualifikation ist ein Schlüssel zur Armutsprävention. Erwachsene können den Abschluss einer beruflichen Grundbildung auch nachholen, ohne hierfür eine Berufslehre durchlaufen zu müssen...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Nachholbildung
ist deshalb Teil des Handlungsfelds «Bildungschancen» des Nationalen Programms gegen Armut kann allgemein beschrieben werden als Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial)...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Armut
. Im Bereich der Erwachsene können den Abschluss einer beruflichen Grundbildung auch nachholen, ohne hierfür eine Berufslehre durchlaufen zu müssen...
[Mehr: Klick auf den Begriff]
Nachholbildung
fördert es Pilotprojekte, die eine berufliche Grundbildung von armutsgefährdeten Erwachsenen ohne Berufsabschluss unterstützen oder Personen ohne nachobligatorische Berufsbildung Chancen bieten, sich weiterzuentwickeln. Alle Programmaktivitäten erfolgen in enger Abstimmung mit verschiedenen Partnern auf Bundes- und Kantonsebene. So werden Impulse gegeben und nicht zuletzt die Vernetzung der zahlreichen Akteure verbessert.

Boggsen - der neue Film von Jürg Neuenschwander

Im Film BOGGSEN von Jürg Neuenschwander wagen zehn erwachsene Schweizer und Schweizerinnen den Schritt in die Öffentlichkeit und geben Einblick in ihr Leben. Ausschnitte des Dokumentarfilms können auf der Webseite www.boggsen.ch angesehen werden. Die DVD kann beim Dachverband Lesen und Schreiben bestellt werden.

Armutsgefährdung bei Erwachsenen wegen tiefen Grundkompetenzen?

Talitha Schärli Petersson, Projektleiterin im Nationalen Programm gegen Armut, beleuchtet in einem Interview für das Pfarrblatt der katholischen Kirche in Zürich den Zusammenhang zwischen tiefen Grundkompetenzen und Armut. (Seite 4-5)


mehr Einträge

Enquête suisse sur les participants aux cours « Lire et Ecrire »

Fédération suisse Lire et Ecrire, Association Lire et Ecrire, Verein Lesen und Schreiben Deutsche Schweiz, Associazione Leggere e Scrivere

HEKS@home

Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS)

Nachholbildung für alle

ask! Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau