Familienarmut

Familien bilden als Solidargemeinschaften den Kern unserer Gesellschaft. Sie leisten einen Grossteil der unentgeltlichen Care-Arbeit. Doch Familien sind finanziell stärker unter Druck als andere Haushalte. Familienarmut trifft insbesondere Alleinerziehende und Familien mit mehr als 3 Kindern. Prävention und Bekämpfung von Familienarmut ist eine Querschnittsaufgabe. Wichtige Ansätze sind materielle Hilfen und Unterstützungsmassnahmen für Eltern, wie die gezielte Förderung von Kindern im Vorschulalter.

Gemäss Bundesamt für Statistik sind in der Schweiz eine Viertelmillion Kinder und Jugendliche armutsgefährdet, viele leben in Einelternfamilien. Diese machen über die Hälfte aller Familien in der Sozialhilfe aus, weil zum Beispiel nach einer Trennung, die Finanzierung der Lebenshaltungskosten oder die Kosten für die Kinderbetreuung zum Problem werden können. Eine mangelnde Terminologie deutsch-französisch-italienisch-english für den Bereich Bildung
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Bildung
erschwert die Situation und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt dann zusätzlich. Armutsgefährdete Familien bilden jedoch keine homogene Gruppe, auch Vielkinderfamilien sind überproportional betroffen. Familienarmut wirkt sich auf den Kinderalltag oft negativ aus. Infolge mangelnder Förderung und niedriger Bildungschancen erhöht sich das Armutsrisiko für die betroffenen Kinder im Erwachsenenalter – ein Teufelskreis. Da Familienarmut vielfältige Ursachen hat, müssen bei Prävention und Bekämpfung unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Praxis verfolgt monetäre und nicht-monetäre Ansätze, von Ergänzungsleistungen für Familien über Beiträge an Krankenkassenprämien und Steuerabzüge bis zu gezielten Gesundheitsleistungen und Beratungsangeboten.

Massnahmen der Familienpolitik und Armutsprävention liegen hauptsächlich in der Kompetenz der Kantone, Städte und Gemeinden. Durch die föderalistische Ausgangslage ergeben sich für betroffene Familien unterschiedliche Rahmenbedingungen mit entsprechend abweichenden Unterstützungsleistungen. Hierbei trägt vorab die kommunale Ebene eine grosse organisatorische und finanzielle Verantwortung. Der Bund leistet in einzelnen Bereichen Unterstützung, etwa mit der Anstossfinanzierung für Kinderbetreuungsplätze oder Beiträgen an Dachorganisationen im Familienbereich.

Das Nationale Programm gegen Armut kann allgemein beschrieben werden als Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial)...
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Armut
untersucht im Rahmen einer Studie, die Strategien, Massnahmen und Leistungen zur Prävention und Bekämpfung von Familienarmut in 15 grösseren Städten und Gemeinden. Erfolgreiche bzw. erfolgversprechende Präventionsstrategien sollen identifiziert und bekannt gemacht werden. Ebenso fördert das Programm gegen Armut kann allgemein beschrieben werden als Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial)...
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Armut
die Koordination und die Vernetzung zwischen den Akteuren.

 

 

Bundesrat: Familienbericht 2017

Der Bundesrat hat den Familienbericht 2017 verabschiedet. Dieser enthält die aktuellen statistischen Kennzahlen zu den Familien in der Schweiz, einen Überblick über die gegenwärtigen familienpolitischen Reformvorhaben auf Bundesebene sowie eine Analyse der Familienberichte der Kantone.

Analyse: Familienpolitik (2016), Bundesamt für Statistik

Die Stimmberechtigten der Schweiz haben am 28. Februar 2016 unter anderem über die Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» abgestimmt. Das BFS hatte die zum Abstimmungsthema verfügbaren statistischen Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Kanton Waadt: Wirkungsanalyse des Gesetzes über die Ergänzungsleistungen für Familien und die Überbrückungsrenten

Schlussbericht – im Auftrag des Gesundheitsdepartements des Kantons Waadt (DSAS): «Evaluation des effets de la loi sur les prestations complémentaires cantonales pour les familles et les prestations cantonales de la Rente-pont (LPCFam)».
(Büro BASS, nur französisch erhältlich)

Lebenssituationen von Kindern in der Sozialhilfe, Schlussbericht (2015), Berner Fachhochschule

Wie die Kinder Armut erleben und damit umgehen, dazu gab es bis anhin kaum gesicherte Erkenntnisse. In einem Forschungsprojekt der BFH sind deshalb die Lebenssituationen, Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten von armen Kindern untersucht worden. Zur angemessenen Erfassung der Kinderperspektive kamen verschiedene visuelle und gestalterische Forschungsmethoden zum Einsatz.


mehr Einträge

Schweizerischer Verband alleinerziehender Mütter und Väter (SVAMV)

Der SVAMV ist der Dachverband der Alleinerziehenden in der Schweiz und Fachorganisation für die Einelternfamilie. Er engagiert sich mit Beratung und Unterstützung für Alleinerziehende und ihre Kinder. Dazu kommt Informations-, Vernetzungs- und Lobbyarbeit, um die Lebenslage von Einelternfamilien zu verbessern.

Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK)

Familienfragen sind einer der Schwerpunkte der Tätigkeiten der SODK. Im Vordergrund stehen dabei die Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung und Massnahmen zur Unterstützung einkommensschwacher Familien

Caritas Schweiz

Familienarmut und Alleinerziehende sind Schwerpunkte der Publikationen von Caritas Schweiz.