7. November 2018

Ist Armut weiblich?

Die Armutsrisiken sind nicht gleichmässig über die Gesamtbevölkerung verteilt. Zum Beispiel sind Frauen deutlich häufiger arm als Männer. Frauen sind Expertinnen für Armut. Diesen Herbst hat die Zeitschrift «Surprise» eine Ausgabe der Frauenarmut gewidmet.

Im Jahr 2016 betrug die Armutsquote der Frauen 8,5 Prozent, diejenige der Männer 6,5 Prozent. Für das in der Deutschschweiz bestens bekannte und breit anerkannte Strassenmagazin Surprise ein guter Grund, eine Nummer mit dem Schwerpunkt Frauenarmut herauszugeben. Die Publikation zeigt verschiedene Portraits, zeichnet Schicksale mit schnell drehenden Abwärtsspiralen aus Schulden, psychischer Gewalt und Überlebensdruck bis hin zu Selbstmordgedanken. Oft geht es dabei um Alleinerziehende. Thema ist aber auch die Befreiung aus der Spirale und wie wichtig Hilfe von aussen ist. Sowie dies: Obwohl sie überdurchschnittlich von Armut kann allgemein beschrieben werden als Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial)...
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Armut
betroffen sind, landen Frauen seltener auf der Gasse als Männer. Wer jedoch als Frau draussen lebt, findet kaum Rückzugsorte.
Die von Surprise in Basel, Bern und Zürich organisierten Sozialen Stadtrundgänge sind Vielen bereits ein Begriff. Unter dem Titel «Schattenwelten – Frauen auf der Gasse» werden in Basel und Bern neu auch spezifische Frauenarmutstouren angeboten, ab Winter 2018/19 ebenfalls in Zürich. Die Teilnehmenden erfahren auf thematisch unterschiedlichen Rundgängen was es für Frauen bedeutet, aus dem sozialen Netz zu fallen, wie Sucht und Gewalt oder psychische Erkrankungen zum täglichen Kampf werden – und warum armutsbetroffene Frauen «unsichtbar» sind.

Im Strassenmagazin Surprise 434/18 blättern