12. Juni 2017

Integrierte Schulsysteme erhöhen Chancengerechtigkeit

In der Reihe Social Change in Switzerland wurde die Entwicklung von Bildungsungleichheiten untersucht. Fazit: Die Einteilung der Schüler in niveaugetrennte Schultypen führt zu einer reduzierten Chancengleichheit, ohne dass dadurch die schulischen Leistungen verbessert würden.

In mehreren Schweizer Kantonen wird die Organisation der Schulen auf Sekundarstufe I zwischen Befürwortern von integrierten Schulsystemen und Vertretern getrennter Schulsysteme heftig diskutiert. In der Debatte steht die Frage der Wirksamkeit – gemessen an den Leistungen der Schüler – derjenigen der Chancengerechtigkeit gegenüber: Wie gross sind die Chancen für Kinder aus bescheidenen Verhältnissen, eine höhere Bildung zu erlangen?
Die Studienautoren haben 15 Kantone auf Grundlage der PISA-Studien aus den Jahren 2003 und 2012 verglichen. Die bei PISA leistungsstärksten Kantone weisen auf Sekundarstufe I ein integriertes Schulsystem auf – und bieten zugleich mehr Chancengerechtigkeit. Dies allein sei jedoch kein Garant für überdurchschnittliche schulische Leistungen. Doch die Analyse der Entwicklung der kantonalen Bildungssysteme zwischen 2003 und 2012 zeigt auf, wie sich das sozioökonomische Profil der besten Schülerinnen und Schüler nach den verschiedenen kantonalen Reformen verändert hat. Nun, Kantone die weniger Selektion und ein stärker integriertes Schulsystem gewählt haben, bieten bessere Bildungsperspektiven für Schüler aller sozialen Schichten.

Zur Studie «Schulische Ungleichheit in der Schweiz»
Beitrag dazu bei LIVES  (Nationaler Forschungsschwerpunkt)