4. Januar 2018

354'000 Menschen brauchen Sozialhilfe

In der Schweiz waren im Jahr 2016 273'000 Personen auf Sozialhilfe angewiesen – 3,3% der Wohnbevölkerung. Zusätzlich wurden 55'500 Asylbewerber und 25'500 Flüchtlinge unterstützt. Die Sozialhilfequote hat um 0,1% leicht zugenommen.

In der kürzlich publizierten Sozialhilfestatistik des BFS (Bundesamt für Statistik) werden Sozialhilfeempfänger neu in drei separaten Teilstatistiken erfasst. Unterschieden wird nach wirtschaftlicher Sozialhilfe sowie nach Sozialhilfe im Flüchtlings- und im Asylbereich. Während Kantone und Gemeinden für die wirtschaftliche Sozialhilfe aufkommen, werden Asylbewerber und Flüchtlinge vom Bund unterstützt.
Die hohen Anteile von über 85% auf Sozialhilfe angewiesener Flüchtlinge und Asylbewerber lassen sich unter anderem durch unzureichende Sprachkenntnisse, nicht anerkannte Ausbildungsabschlüsse, auch mit einem oft schlechten Gesundheitszustand erklären. Zudem gilt für Asylsuchende in den ersten drei bis sechs Monaten nach Einreichung ihres Gesuchs ein Arbeitsverbot.
Im Bereich der wirtschaftlichen Sozialhilfe weisen städtische Kantone wie Basel-Stadt oder Genf sowie Neuenburg, Waadt und Bern die höchsten Quoten auf. Die tiefsten Sozialhilfequoten sind vorab in ländlichen Kantonen zu beobachten. Wirtschaftliche Sozialhilfe geht gut zur Hälfte an Schweizerinnen und Schweizer. Ausländische Beziehende stammen hauptsächlich aus europäischen Ländern, deren Wanderungsbewegungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wegen dem Arbeitsmarkt erfolgten (Italien, Spanien, Portugal, Deutschland) oder politisch bedingt waren (Ex-Jugoslawien).

Zur Sozialhilfestatistik 2016 des BFS