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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser

Wir freuen uns, Ihnen heute die Ergebnisse von vier Projekten im Themenbereich Bildungschancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vorzustellen, die durch das Nationale Programm gegen Armut unterstützt wurden.

Am Schluss des Newsletters finden Sie wie gewohnt unsere Hinweise auf Veranstaltungen im Bereich Armutsbekämpfung und -prävention.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre.
Programmteam Nationales Programm gegen Armut


Projektförderung: vier Projekte ziehen Bilanz

Evaluation der «Lieux d’accueil enfants-parents de type Maison Verte»
Kanton Waadt, Dienst für Jugendschutz (SPJ)

Die «Lieux d’acceuil enfants-parents» sind ein Angebot für 0- bis 5-jährige Kinder und ihre Eltern. Sie haben zum Ziel, Sozialkompetenzen und Selbständigkeit der Kinder zu stärken und die Integration von Familien und ihre soziale Durchmischung zu fördern. Die Angebote stehen allen kostenlos zur Verfügung und sind anonym. Das Forschungsbüro BASS AG hat eine schriftliche Befragung bei den Familien und Begleitpersonen der 720 Kinder, die die neun Betreuungsangebote in Anspruch nehmen, sowie Gruppeninterviews mit Eltern und Betreuenden durchgeführt, mit dem Ziel, das Projekt zu evaluieren und Empfehlungen zur Verbesserung des Angebots zu formulieren.
Innerhalb von zehn Jahren (2005–2015) ist die Nutzung der Betreuungseinrichtungen um 38 Prozent angestiegen. Diese erfreuliche Entwicklung geht aus der Erhebung hervor. Diese zeigt zudem auf, dass die Eltern die Strukturen positiv wahrnehmen, weil sie die Sozialisierung der Kinder fördern und Kontakte mit anderen Eltern ermöglichen. Die Isolation der Eltern zu durchbrechen, die Sozialisierung des Kindes zu fördern und die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken, sind Massnahmen, welche dazu beitragen können, Beziehungsproblemen bei Kindern frühzeitig vorzubeugen. Die soziale Durchmischung wurde insgesamt gestärkt, auch wenn sich gleichsprachige Gruppen bilden können. Das kostenlose Angebot und die Öffnungszeiten, die noch verbessert werden könnten, waren für die Eltern entscheidende Teilnahmekriterien, mehr noch als die Anonymität. Die Sichtbarkeit des Angebots und die Information über Strukturen sicherzustellen, deren Publikum stetig wechselt, wurde als grösste Herausforderung gesehen.

Evaluation hier herunterladen (in Französisch)


Evaluation des Pilotprojekts «Gemeinsam zum Erfolg»
Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB

20 bis 25 Prozent der Lehrverträge werden vorzeitig aufgelöst. Mehr als die Hälfte davon im ersten Lehrjahr. Jugendliche ohne Abschluss auf Sekundarstufe II sind eher von Arbeitslosigkeit und unsicheren Arbeitsverhältnissen betroffen und fallen fast dreimal so oft wie der Durchschnitt in die Kategorie der Working Poor.
Das Pilotprojekt «Gemeinsam zum Erfolg», welches zum Ziel hat, Lehrabbrüchen vorzubeugen, wurde an zwei Berufsschulen mit Lernenden aus dem Gast- und Baugewerbe durchgeführt. Insgesamt haben 440 Lernende daran teilgenommen. Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) hat den präventiven Ansatz evaluiert, der darin besteht, Jugendliche in der Berufsbildung und beim Übergang ins Berufsleben mittels Früherfassung und individueller Lernförderung zu unterstützen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen den drei Bildungsorten (Berufsschule, Lehrbetrieb und überbetriebliche Kurse) steht im Zentrum dieses Ansatzes.
Anhand der unterschiedlichen Umsetzung der Projektvorgaben in den einzelnen Schulen und den unterschiedlichen Rahmenbedingungen konnten Erfolgsfaktoren identifiziert und Empfehlungen für die Entwicklung von Massnahmen ausgearbeitet werden. Als wichtigste Voraussetzung haben sich genügend finanzielle und zeitliche Ressourcen erwiesen. Weiter hat sich gezeigt, dass die Projektleitenden nicht gleichzeitig noch in andere schulische Projekte involviert sein und einen direkten Zugang zur Schulleitung haben sollten. Das Projekt sollte mit bestehenden Aktivitäten verknüpft werden. Damit das Vorgehen von den Lehrkräften akzeptiert wird, ist es wichtig, mit einigen unter ihnen einen Pilotversuch durchzuführen. Weiter sollten die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den anderen Lehrkräften gefördert werden.

Evaluation hier herunterladen


Schweizweite Befragung zu Grundkompetenzen Erwachsener
Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben

Der Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben hat rund 900 seiner erwachsenen Kursteilnehmenden zu ihren Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben, Rechnen und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) befragt. Ziel der schweizweiten Studie war es, die Qualität sicherzustellen sowie das Kursangebot zu verbessern und auszuweiten. Immer mehr Erwachsene geben an, dass ihre Lese- und Schreibfähigkeiten den beruflichen Anforderungen nicht mehr genügen. Mit 56% der Befragten sind das doppelt so viele Personen wie in der Umfrage aus dem Jahr 2007, die der Verein in der Romandie durchgeführt hat. Ein weiteres Ergebnis gibt ebenfalls zu denken: für 48% der berufstätigen Kursteilnehmenden (in der Regel im Gast-, Reinigungsgewerbe, Pflegebereich usw.) sind unregelmässige Arbeitszeiten eine grosse Hürde, um an einer solchen Weiterbildung teilzunehmen. Der Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben appelliert an die Arbeitgeber, den Angestellten die Möglichkeit zu geben ihre Grundkompetenzen zu verbessern, um so den Arbeitsplatz erhalten zu können. Sichtbarkeit und Inhalt der Kurse müssen ausserdem verbessert werden, um zielgerechter auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen. Dass IKT und Rechnen Teil der Weiterbildung sein müssen, hat sich bestätigt.

Analysebericht hier herunterladen

Abschluss des Projekts „GO Nanotec“ - Förderung der Grundkompetenzen junger Sozialhilfebezüger/innen
Schweizerischer Verband für Weiterbildung SVEB, Westschweiz

Das Projekt „GO Nanotec“ hatte zum Ziel, geringqualifizierten und erwerbslosen jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, ihre Grundkompetenzen zu verbessern und so Zugang zum gewünschten Berufsabschluss als Logistiker/in zu erhalten. Der SVEB hat dafür das GO Modell, welches entwickelt wurde, um die Grundkompetenzen Erwachsener direkt am Arbeitsplatz zu fördern, angepasst. Die praxisorientierten Weiterbildungsmodule, welche entwickelt wurden, orientieren sich an den spezifischen Bedürfnissen der jungen Sozialhilfebezüger/innen und an den Anforderungen des Berufsfelds der Logistik.

Bericht hier herunterladen




Call for Papers – 3. Nationale Tagung Gesundheit & Armut 2018

Freitag, 22. Juni 2018, Bern

Die eintägige Veranstaltung der Berner Fachhochschule BFH und ihrer Partnerinstitutionen bietet Fachleuten und Interessierten eine Plattform, um sich über ungleiche Gesundheitschancen in der Schweiz auszutauschen und sich zu vernetzen.

Der «Call for Papers» richtet sich an alle, die sich mit Zusammenhängen von Gesundheit und Armut befassen. Fachpersonen aus der Politik, Verwaltung und Praxis sind eingeladen, ihre Projekte, Programme oder Dienstleistungen an der Tagung vorzustellen und ihre Erfahrungen bei der Implementierung, Anwendung und Umsetzung mit anderen Teilnehmenden zu diskutieren.

Deadline:

  • Workshop-Beiträge und Fachreferate: 15. Dezember 2017
  • Posterbeiträge: 31. März 2018

Mehr Informationen

 

Besuchen Sie innovative Projekte im Bereichung Bildungschancen!

Bis zum 6. Oktober 2017 können Sie sich noch für die Besuche des Angebots «Qualifications +» und des Projekts «Netzwerkarbeit frei praktizierender Hebammen in der Schweiz» anmelden.

Die Besuche richten sich an Kadermitglieder, Projektverantwortliche sowie Expertinnen und Experten der Kantone, Gemeinden und Städte, aber auch an Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen der Zivilgesellschaft und der Sozialpartner aus den Bereichen Sozialwesen, Gesundheit, Bildung und Integration.

Programm und Anmeldung




Musical «Verborgene Farben», ATD Vierte Welt
Schweizer Tournee vom 16. September bis 11. November 2017

Tagung «Pauvreté et intervention sociale: un accompagnement impossible?» (Französisch)
Donnerstag und Freitag, 5. und 6. Oktober 2017, Do. 8.45 bis 16.45 Uhr, Fr. 9.00 bis 16.00 Uhr, Lausanne

Tagung «Digitale Arbeitswelt – Herausforderungen für den Sozialstaat», Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik (SVSP)
Mittwoch, 25. Oktober 2017, 9.30 bis 16.10 Uhr, Bern

Armutsforum «Chancengerechtigkeit in Zeiten politischer Sparübungen: Jugendliche am Übergang in die Berufs- und Bildungswelt», Caritas Zürich
Donnerstag, 26. Oktober, 13.00 bis 18.00 Uhr, Zürich

Fachtagung «Job-Creating: Antwort auf die Digitalisierung der Arbeitswelt», Verein Supported Employment Schweiz
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 9.00 bis 16.15 Uhr, Windisch

Tagung «Methodisches Handeln in der Übergangsbegleitung - Von der Schule zum Beruf», Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)
Samstag, 28. Oktober 2017, 8.15 bis 16.45 Uhr, Olten

Ausstellung «Die Entdeckung der Welt», Verein Stimme Q
Vom 9. September bis 30. Dezember 2017, Liestal

Tagung «Digitalisierung und Grundkompetenzen: ein Blick auf die Gegenwart der Zukunft», Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben
Freitag, 3. November 2017, 9.00 bis 16.15 Uhr, Bern

Tagung «Übergänge gemeinsam schaffen», Jacobs Foundation
Montag, 6. November 2017, ab 9.30 Uhr, Bern

Grenchner Wohntage, Bundesamt für Wohnungswesen BWO
Freitag, 9. November 2017, ab 9.30 Uhr, Grenchen

Internationale Fachtagung «Armutsbekämpfung durch Schuldenprävention», Hochschule für Soziale Arbeit (FHNW)
Donnerstag und Freitag, 9. / 10. November 2017, Do. 13.30 bis 17.30 Uhr, Fr. 8.30 bis 16.45 Uhr, Olten

Tagung «Coaching in der Sozialen Arbeit», Fachhochschule Nordwestschweiz für Soziale Arbeit (FHNW)
Freitag, 17. November 2017, 8.30 bis 17.00 Uhr, Olten

Tagung «Arbeit und Integration neu denken», Hochschule Luzern
Mittwoch, 22. November 2017, 9.15 bis 16.15 Uhr, Luzern

«Wege aus dem Trauma: Perspektiven für geflüchtete Kinder und Jugendliche», Schweizerische Rote Kreuz (SRK)
Donnerstag, 7. Dezember 2017, 9.15 bis 17.00 Uhr, Bern

Fachtagung «Familien – aktuelle, soziale Gegebenheiten und neue politische Herausforderungen», Pro Familia und Universität Freiburg
Donnerstag, 7. Dezember 2017, 10.00 bis 15.30 Uhr, Freiburg






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Nationales Programm gegen Armut
Bundesamt für Sozialversicherungen, Effingerstrasse 20, CH-3003 Bern
www.gegenarmut.ch

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