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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser

In diesem Newsletter finden Sie aktuelle Informationen zum Stand der Arbeiten der Nationalen Plattform gegen Armut. Gerne weisen wir Sie ausserdem auf Aktualitäten aus verschiedenen Bereichen der Armutsprävention und -bekämpfung in der Schweiz hin, so u.a. auf neue Publikationen zur Verbesserung der Erreichbarkeit von sozial benachteiligten Familien und älteren Personen. Auch finden Sie hier weitere Berichte, Informationen und Ausschreibungen rund um die Themen Chancengerechtigkeit, Sozialhilfe sowie frühe Förderung und Familien.

Schliesslich weisen wir wie üblich auf Veranstaltungen in der Armutsprävention und -bekämpfung hin.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre.
Team Nationale Plattform gegen Armut


Laufende Arbeiten der Nationalen Plattform gegen Armut: Einbezug und Beteiligung armutsbetroffener Menschen

Einbezug und Beteiligung bei der Ausgestaltung und Umsetzung von Massnahmen der Armutsprävention sowie Zugang zu verlässlicher, unabhängiger Beratung im Falle von Konflikten mit Behörden sind zentrale Anliegen armutsbetroffener Personen. Die Nationale Plattform gegen Armut hat im Frühling 2019 dazu zwei Studien in Auftrag gegeben:

Ein Forschungsbericht soll klären, was unter Partizipation von armutsbetroffenen Menschen in der Armutsprävention und -bekämpfung verstanden werden kann, erfolgsversprechende Modelle der Partizipation bei der Politikgestaltung sowie Beispiele guter Praxis identifizieren. Ein Team von Sozialwissenschaftlerinnen aus der Deutsch- und Westschweiz geht diesen Fragen nach.

Eine zweite Studie soll darlegen, welchen Beitrag Rechtsberatungs- und Ombudsstellen an den Rechtsschutz von armutsbetroffenen Personen leisten, und prüfen, ob eine Weiterentwicklung des bestehenden Angebots nötig ist. Ein interdisziplinäres Team aus Rechts- und Sozialwissenschaftler/innen bearbeitet diese Thematik.

Beide Forschungsaufträge werden von Fachpersonen aus der Praxis und Vertreter/innen von Betroffenenorganisationen begleitet. Die Ergebnisse der Studien sollen 2020 an einer nationalen Fachtagung vorgestellt werden.


Erreichbarkeit sozial benachteiligter Personen

Bericht «Erreichbarkeit sozial benachteiligter Familien in der Mütter- und Väterberatung»
Wie kann das Angebot der Mütter- und Väterberatung bei sozial benachteiligten Familien besser bekannt gemacht und auf die Bedürfnisse der Familien ausgerichtet werden? Dieser Frage geht ein eben publizierter Forschungsbericht nach, welcher die Hochschule Luzern im Auftrag des Schweizerischen Fachverbands Mütter- und Väterberatung verfasst hat. Der Bericht wurde vom Nationalen Programm gegen Armut im Rahmen der Projektförderung unterstützt. Die Autorinnen der Studie empfehlen, vermehrt in aufsuchende Arbeit zu investieren, sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit mit weiteren Akteurinnen und Akteuren zu verstärken, um belastete Familien besser erreichen zu können.
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Bericht «Angebote der frühen Förderung in Schweizer Städten – AFFiS»
Eine Studie der Hochschule Luzern und der Karl-Franzens-Universität Graz gibt Aufschluss darüber, wie Eltern die verschiedenen Angebote der frühen Förderung nutzen, inwiefern die Leistungen ihren Bedürfnissen entsprechen und wo Unterschiede bei der Nutzung zwischen den Bevölkerungsgruppen bestehen. Es hat sich gezeigt, dass vor allem benachteiligte Familien die Angebote relativ wenig nutzen. Das liegt nach Angaben der Eltern u.a. daran, dass Angebote entweder nicht bekannt oder zu teuer sind.
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Bericht «Erreichbarkeit von sozial benachteiligten älteren Personen durch Angebote der Gesundheitsförderung»
Ein Bericht im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG hat Erfolgsfaktoren für die Erreichbarkeit sozial benachteiligter älterer Personen durch Angebote der Gesundheitsförderung und -prävention identifiziert: Eine zentrale Rolle im Hinblick auf die Erreichbarkeit spielen Schlüsselpersonen, andere Multiplikator/innen oder der Kontakt über Angehörige. Eine Zusammenarbeit mit bestehenden Angeboten anderer Organisationen lohnt sich ebenfalls. Ebenso ist es wichtig, dass die Anmeldung niederschwellig und eine Teilnahme kostenlos oder kostengünstig ist. Bei Personen mit Migrationshintergrund ist zusätzlich entscheidend, dass sie in ihrer Muttersprache angesprochen werden.
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Das Privileg, den Lebensabend gesund, autonom und mit hoher Lebensqualität zu verbringen, hängt in der Schweiz nicht nur von individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen ab, sondern auch von materiellen und sozialen Ressourcen, über die nicht alle gleichermassen verfügen. Dies belegt ein Forschungsteam anhand von Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europa (SHARE).
Link zur Studie / zum Faktenblatt

Portal für gesundheitliche Chancengleichheit
«migesplus - das Portal für gesundheitliche Chancengleichheit» des Schweizerischen Roten Kreuzes informiert über verschiedene Zugangswege zu benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Auf der neuen Themenseite «Armut und soziale Benachteiligung» finden Sie eine grosse Auswahl an Gesundheitsinformationen im Kontext von Armut gebündelt. Fachpersonen finden auf der Seite auch hilfreiche Tipps und Tools für die Entwicklung und Verbreitung von Informationsmaterial und Fachinformationen sowie leicht verständliche Gesundheitsinformationen in mehr als 50 Sprachen.
Am 18. November 2019 führt migesplus ein Symposium zum Thema «Gesundheitskompetenz bei benachteiligten Zielgruppen stärken» durch.
www.migesplus.ch


Frühe Förderung und Familien

Anträge für Primokiz2 für Gemeinden und Kantone noch bis Ende 2019 möglich
Immer mehr Gemeinden und Kantone übernehmen eine aktive Rolle bei der Förderung und Vernetzung der Angebote im Bereich der frühen Kindheit. Sie können dafür Unterstützungsleistungen des Programms Primokiz der Jacobs Foundation in Anspruch nehmen. Im Rahmen von Primokiz werden die Akteure in den Bereichen Bildung, Soziales, und Gesundheit vor Ort vernetzt und im Prozess der Erarbeitung einer umfassenden Politik der frühen Kindheit begleitet.
Noch bis Ende 2019 können Gemeinden und Kantone einen Antrag stellen, um bei Primokiz2 teilzunehmen. Weitere Informationen finden Sie unter www.primokiz.ch.

Bericht «Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit im Kontext sozialer Benachteiligung»
Der Bericht des Vereins a:primo zeigt auf, mit welchen Herausforderungen sozial benachteiligte Familien in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu kämpfen haben. Er richtet sich an Fachpersonen im Sozialbereich, an Arbeitgebende und politisch Verantwortliche auf allen föderalen Ebenen.
Der Bericht zeigt auf, dass gerade für belastete Familien Zugang zu bezahlbarer, bedürfnisgerechter und qualitativ guter Kinderbetreuung sowie eine ausreichend lange Elternzeit zentral sind. Weiter empfehlen die Autorinnen und Autoren Begleitungsangebote für Eltern zum Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt.
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Chancengerechtigkeit

Nachhaltige Entwicklung: Projekte zugunsten der Chancengleichheit gesucht
Im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Entwicklung 2019-2020 ruft das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) zur Eingabe von Projekten auf. Die Projekte sollen dazu beitragen, die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 der UNO zu erreichen. Diesjähriger Themenschwerpunkt ist die Chancengleichheit.
Kantone, Städte, Gemeinde sowie Dritte sind eingeladen, bis am 30. September 2019 Eingaben für innovative und reproduzierbare Projekte einzureichen.
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SCALA Weiterbildungen für Lehrerinnen und Lehrer
Kinder und Jugendliche aus tieferen sozialen Schichten und/oder mit Migrationshintergrund sind im Schweizer Bildungssystem benachteiligt. Eine Studie der FHNW zeigt, dass dies unter anderem damit zusammenhängt, dass Lehrpersonen an diese Kinder geringere Leistungserwartungen im Vergleich zu anderen Kindern stellen. Das Fördern und Beurteilen in sozial heterogenen Schulklassen ist anspruchsvoll. Die FHNW entwickelte und erprobte deshalb gezielte Weiterbildungen für Lehrpersonen mit positivem Effekt. Sie bietet die Weiterbildung für Lehrpersonen und Schulleitungen in allen Kantonen der Deutschschweiz an.

Mehr Informationen zum SCALA-Forschungsprojekt / zur SCALA-Weiterbildung


Sozialhilfe

Charta Sozialhilfe Schweiz
Ende März 2019 haben die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren, der Schweizerische Städteverband, die Städteinitiative Sozialpolitik und das Schweizerische Rote Kreuz, die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft und die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe die Charta Sozialhilfe Schweiz lanciert. Weitere öffentliche Institutionen und private Organisationen haben sich angeschlossen.
Die Charta würdigt die Bedeutung der Sozialhilfe als ein zentrales Element zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung und als ein entscheidender Faktor für die gesellschaftliche Stabilität. Die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen sprechen sich für eine solide und faire Sozialhilfe aus, die ein Leben in Würde ermöglicht und den Betroffenen die Chance gibt, in die finanzielle Selbständigkeit zurückzufinden.
www.charta-sozialhilfe.ch




Fachtagung Jetzt aber hü!
Dienstag, 10. September 2019, 9.00 - 16.00 Uhr, Aarau

Kongress Sozialplanung im D-A-CH-Raum
Mittwoch bis Freitag, 11. - 13. September 2019, München

Oltner Verschuldungstage Arbeitslosigkeit und Verschuldung
Donnerstag und Freitag, 7. / 8. November 2019, Olten

Fachtagung Grenchner Wohntage
Donnerstag, 7. November 2019, 10.00 Uhr, Grenchen

Symposium Gesundheitskompetenzen bei benachteiligten Zielgruppen stärken
Montag, 18. November 2019, 9.00 - 14.00 Uhr, Bern






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Nationale Plattform gegen Armut
Bundesamt für Sozialversicherungen, Effingerstrasse 20, CH-3003 Bern
www.gegenarmut.ch

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